Sonntag, 31 Januar 2021 17:19

Tierrechte und Corona

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Ich will gleich zu Anfang klarstellen, dass dieser Artikel kein Versuch sein soll Click baiting zu betreiben! Mir geht es darum einen Vergleich herzustellen, zwischen der Verweigerung der Menschen, Tieren ihre von der Natur zugestandenen Rechte zu gewähren, und der selben, für mich kranken, Denkweise, die zu massivem Grundrechteabbau in der Pandemie führt.

Suchen wir uns einen festen Ausgangspunkt. Tiere haben Rechte. es gibt ein Tierschutzgesetz, es gibt verschiedene Verordnungen was, wie und warum mit Tieren alles angestellt werden darf. Doch kann man nicht guten Gewissens bestreiten, dass diese Rechte nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben sind. Hundertmillionenfaches Leid zeigen Tag um Tag das Tiere vor allem in der Nutztierhaltung gar nichts haben, außer Angst, Verzweiflung und gebrochenen Willen.

Aber was hat das nun mit Corona zu tun?

Ganz einfach. Egal wie man jetzt zu dieser Seuche steht sind wir uns einig, dass fundamentale Rechte massiv beschnitten werden, das nahezu Willkür herrscht und der Staat mit ganzer (Poilzei)Macht gegen Kritiker vorgeht. Das Virus ist ein allgegenwärtiger Vorwand für alles. Was beiden Ansätzen innewohnt ist eine unfassbare Hybis. Eine Überheblichkeit über das Wohl und Wehe anderer bestimmen zu dürfen. Wir treffen wieder auf den Oberlehrer der sich erhebt und meint bestimmen zu dürfen was für wen richtig und was falsch ist. Dieser Oberlehrer legt fest, wie groß ein Stall sein muss oder warum Kinder an einem verschneiten Hang nicht Schlitten fahren dürfen. Dieser Oberlehrer vereinnahmt moralische Prinzipien und wendet sie im handumdrehen in ihre Perversion.

Grundsätzlich, kommend aus dem Naturrecht, hat jedes Lebewesen die absolute Freiheit und es obliegt einem Ordnungsgeber, dem Staat, zu begründen warum Freiheiten nicht wahrgenommen werden dürfen. Jetzt ist es aber so, dass dieser Staat im Bezug auf Nutztiere rein materielle und gewinnorientierte Interessen vertritt und das Tierwohl lange hinten an steht. Der Rahmen von dem die Gesetzgebung also ausgeht ist nicht die Freiheit, sondern die maximale Unfreiheit, die dann durch Gesetze gelockert werden soll. Und genauso verhält es sich derzeit mit der Beschränkung der Grundrechte der Menschen. Man geht nicht vom Naturrecht, von der absoluten Freiheit aus, sondern erklärt den Menschen per se zum Gefährder, zum potentiellen Massenmörder der irgendwie eingefangen werden muss. 

Das klingt jetzt etwas extrem, doch wenn man genauer hinschaut kommt man genau zu diesem Ansatz und so bewegen sich die abgebauten menschlichen Grundrechte auf die wenigen, kümmerlichen Tierrecht immer weiter zu mit dem Ziel der Angleichung. Wenn der Staat ein Interesse am Wohl der Tiere und unserer Mitwelt hätte, dann würde er dies durchsetzten und wenn der Staat ein Interesse an freien Bürgern hätte, dann würde er diese nicht jeden Tag weiter beschränken. Der Staat hält das Gewaltmonopol inne und kann alles, was irgendwie politisch gewollt ist auch gegen Widerstände durchsetzen. Im einen Falle will und tut er es, im anderen Fall blockiert er alle Verbesserungen.

Man hätte diesen Gedanken natürlich auch an zig andere Themen koppeln können, doch berührt Corona uns alle und überall und eignet sich so geradezu perfekt.

Wir sind uns also einig. Bei den nicht gewährten Tierrechten stehen ausschließlich privatwirtschaftliche Gewinninteressen dahinter. Forciert in der Politik von sehr mächtigen Lobbyverbänden. Auf der anderen Seite, beim Abbau von menschlichen Rechten, stehen fast ausschließlich privatwirtschaftliche Gewinninteressen dahinter, die auch von sogar extrem mächtigen Lobbyverbänden in die Politik getragen werden. In beiden Fällen werden also die Individuen zur reinen Verschiebemasse erklärt und für einen kleinen Teil zur Ausbeutung freigegeben. Verschwörungstheorie? Wenn ja, dann muss man mir aber die aberwitzigen Gewinne diverser Firmen im letzten Jahr erklären können, die eine Dimension erreicht haben, die es seit Menschen gedenken noch nicht gab.

Man kann es drehen und wenden wie man will. Wenn man die Zustände auf dieser Welt anschaut dann sehen wir, dass sich die Politik von mächtigen Organisationen, man nennt die auch oft NGOs, denn der Bauernverband und der BPI sind keine Staaten, vereinnahmen lässt und daraufhin seine gewalttätige Macht ausspielt um deren Interessen zu sichern. Sei es die Pharmalobby oder die Metzgerinnung, alle benutzen die gewalttätige Macht des Staates zu ihrem Vorteil und schaffen aus Recht Unrecht.

Das Wegschauen macht das alles erst möglich

So unangenehm wie das auch klingen mag, ist es doch wahr. Egal welches Unrecht auf dieser Welt geschieht, es geschieht nur, weil die große Masse schweigend wegschaut und es geschehen lässt. Ob der Abbau menschlicher Rechte oder die Vorenthaltung der Rechte der Tiere und der Natur, nur durch die kognitive Ignoranz der breiten Masse können einige wenige ein paar mehr aufstacheln um durchzusetzen was die breite Masse nie tun würde. Wenn man diesen Gedanken nun konsequent zu Ende denkt, dann werden wir eine Welt erleben, in der Mensch und Tier bald im Status gleichauf leben, nämlich auf dem absoluten Minimum an Freiheit. Und will man diese Dystopie abwenden, so muss sich ein jeder fragen, wie weit er oder sie den Staat noch gewähren lassen will und ab wann eine Grenze überschritten wird die man nicht mehr akzeptiert.

Ich möchte niemanden Angst machen, doch bitte ich jeden zu bedenken, dass dieses Bild in gar keiner Weise aus der Luft gegriffen ist und der Glaube, "So etwas würden die Politiker nie tun." ist in der Geschichte schon so oft widerlegt worden, dass man sich wirklich fragt, wie ein immer noch positives Bild dieser Leute in der Bevölkerung existieren kann. Wer hat die unzähligen Kriege begonnen? Wer lässt jeden Tag Menschen verhungern? Wer duldet Menschenhandel und Sklaverei? Und was man sich auch ganz dringend fragen muss ist, sind all die Maßnahmen aus der Vergangenheit, seien es Antiterrorgesetzte, Steuergesetze oder ähnliches, je zurückgenommen worden nachdem der direkte Sinn und Zweck erreicht war? Jeder kannt die Antwort und sie lautet schlicht nein.

Die Staaten und ihre Repräsentanten verfügen über gewaltige Ressourcen und Machtmittel und wenn nicht jeder ganz genau aufpasst, werden diese Mittel eingesetzt und zwar gegen uns selbst. Wenn wir also für die Zukunft der Tiere und auch unsere eigene Zukunft etwas machen wollen, dann bleibt uns nichts anderes als diesem Staat seine Grenzen aufzuzeigen und ihn in seiner Allmacht zu beschneiden. Die Obrigkeitshörigkeit ist einer der schlimmsten Eckpfeiler wenn es um Tier- und Menschenrechte geht und diesen gilt es zu kappen.

 

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Bild: Böll Stiftung

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Gelesen 4224 mal Letzte Änderung am Montag, 01 Februar 2021 13:44
Torsten Leonhardt

Torsten Leonhardt ist gelernter klassischer Koch mit 25 Jahren Berufserfahrung. Seit 2013 lebt er vegan und ca. acht Jahre davor vegetarisch. Er war lange Jahre in leitenden Positionen in verschiedenen Küchen beschäftigt und war mit dem Stephanskeller in Konstanz und dem Konstanzer Yachtclub selbstständig. Nachdem er seinen Lehrberuf aus Gewissensgründen nicht mehr ausüben konnte arbeitete er mehrere Jahre als demeter Gemüsebauer mit dem Schwerpunkt Direktvermarktung. Ende 2019 zog er mit seiner Frau nach Teneriffa um sich dort den Traum von einem eigenen Bio-Laden zu erfüllen, der allerdings durch die Corona-Krise ein jähes Ende fand.

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